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10.
Okt
2009
Festschrift 125 Jahre PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Wilfried H. Busch   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 01:13 Uhr

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Aus der Geschichte der Wilhelm-Raabe-Schule


Das Progymnasium an der Bülowstraße 5 - Späte Gründung

Am 29. April 1873 wurde das Geestemünder Progymna­sium als erste öffentliche höhere Schule in Geestemünde eröffnet.

Bereits 1713 wird von einer Lateinschule in Lehe berich­tet, im 1827 gegründeten Bremerhaven war 1858 eine öffentliche Realschule eingerichtet worden. Warum folgte die Gründung der "Vorgängerin" unserer Wilhelm-Raabe-Schule erst so spät? Hier die Antwort: Seit 1845 entstand auf den Wiesen an der Geeste und Weser ein neuer Ort: Geestemünde. Er zählte 1850 fast 300 Einwohner. Im Unterschied zu Bremerhaven, wo bei der Gründung 1827 mit dem Bau des ersten Hafens begonnen wurde, konnte man den Geestemünder Handelshafen erst 1863, also fast 20 Jahre nach der Gründung des Ortes, einwei­hen. Die 1862 fertig gestellte Eisenbahnverbindung von Bremen nach Geestemünde - „Geestebahn" genannt - brachte zwar Menschen aus vielen Teilen Deutschlands in die Orte an der Unterweser, denn hier gab es Arbeit auf Werften, in Hafenanlagen, auf Schiffen usw., aber ein Bedarf für eine höhere Schule war noch nicht vorhanden. Die Geestemünder Jungen besuchten die Realschule in Bremerhaven. Doch die Wirtschaftskraft und das Wachstum des aufstrebenden Bremerhavens förderten auch die Entwicklung Geestemündes.

 Die Einwohnerzahlen von Geestemünde und des be­nachbarten Geestendorf wuchsen ständig, und so wur­de in den 1870er Jahren der Wunsch laut, eine eigene gymnasiale Lehranstalt einzurichten. Damals waren auch wohl finanzielle Überlegungen mit im Spiel, die Gründung der Schule nicht in einem Neubau, sondern in einem vor­handenen Gebäude zu verwirklichen. Durch den Umzug des Amtsgerichts Geestemünde von der Bülow- in die Borriesstraße war das Ende der 1840er Jahres errichtete Gebäude Bülowstraße 5 frei geworden. 1878 entschloss sich das noch kleine Geestemünde - es zählte da schon etwa 4.000 Einwohner - ein Progymnasium einzurichten. Geestendorf, mit 8.000 Einwohnern wesentlich größer, aber ärmer als Geestemünde, verpflichtete sich, jährlich einen Zuschuss zu den anfallenden Kosten zu zahlen, ebenso der preußische Staat.

 

Das Schulgebäude in der Büliwstraße 5

 

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